Gemäss einer US-amerikanischen Langzeitstudie erhöht eine geringere Schlafqualität die Wahrscheinlichkeit für eine Demenzerkrankung.

Wie wirkt sich eine Schlafstörung auf das Demenz-Risiko aus?

Den Ursachen für die Entstehung von Demenzerkrankungen wie Alzheimer ist man wissenschaftlich näher gekommen. Forscher der Boston University und der Swinburne University of Technologie in den USA fanden jedoch heraus: Zu wenig REM-Schlaf erhöht das Risiko, im Alter an Demenz zu erkranken. Die Langzeitstudie startete im Jahr 1996: 321 Menschen mit einem Durchschnittsalter von 67 Jahren wurden körperlich und hinsichtlich ihrer Schlafzyklen untersucht und danach durchschnittlich zwölf Jahre lang medizinisch überwacht. 32 Probanden entwickelten eine Demenzerkrankung – eben jene Probanden, bei denen der REM-Schlaf im Schnitt lediglich 17 Prozent der Schlafzeit ausmachte. Bei allen anderen Teilnehmern der Studie entfielen 20 Prozent der Schlafzeit auf den REM-Schlaf. Die Ergebnisse der Studie waren eindeutig: Bereits dann, wenn der REM-Schlaf nur um ein Prozent verkürzt ist, haben die Betroffenen eine um neun Prozent erhöhte Wahrscheinlichkeit für Demenzerkrankungen. Bei vielen älteren Menschen können die Wissenschaftler sogar allein anhand der Schlafqualität vorhersagen, ob sie später Alzheimer entwickeln werden oder nicht.

REM-Schlaf – was ist das eigentlich?

REM steht für Rapid Eye Movement. Dieser Begriff bezieht sich auf die schnellen Augenbewegungen, die für diese spezielle Schlafphase charakteristisch sind. Weitere Merkmale der REM Schlafphase im Überblick:

  • erhöhte Hirnaktivität
  • erhöhter Puls
  • beschleunigte Atmung

Da in der REM-Phase die meisten Träume auftreten, wird diese Schlafphase auch als Traumphase bezeichnet. Ausserdem vermuten Forscher, dass Lernprozess, Stressbewältigung und Informationsverarbeitung eng an die REM Schlafphase gekoppelt sind. Sie tritt etwa 60 bis 90 Minuten nach dem Einschlafen das erste Mal auf, wiederholt sich im Laufe der Nacht jedoch mehrfach.

Was bringt die Studie?

Die Langzeitstudie zu den Zusammenhängen zwischen der Schlafqualität und dem Demenz-Risiko ist ein weiteres Puzzlestück auf dem Weg zu einem besseren Verständnis von Demenzerkrankungen. Es wird noch viel Zeit vergehen, bis die genauen Zusammenhänge vollkommen geklärt sind – etwa um festzustellen, welche Mechanismen des REM-Schlafes sich konkret auf das Demenz-Risiko auswirken. Fakt ist jedoch: Die Erkenntnisse der Studie könnten dazu beitragen, das Auftreten einer Demenzerkrankung zu verzögern oder diese sogar komplett zu verhindern.

Die Schlafqualität effektiv verbessern: Tipps & Tricks

Sie leiden unter einem Schlafproblem und wälzen sich Nacht für Nacht im Bett hin und her, ohne zur Ruhe zu kommen? In diesem Fall können Sie einige Massnahmen ergreifen, um Ihre Schlafqualität zu fördern und dabei zugleich Ihr Risiko für die Entstehung von Demenzerkrankungen zu reduzieren. Halten Sie sich an feste Einschlafrituale: Lesen Sie beispielsweise ein gutes Buch oder hören Sie sanfte Musik. Auch Entspannungstechniken wie autogenes Training und Muskelentspannung nach Jacobson können dazu beitragen, die Schlafqualität zu verbessern. Das Smartphone, der Tablet-PC und das Notebook haben hingegen im Bett nichts zu suchen: Sie verhindern lediglich, dass Sie vollkommen abschalten können, und führen nicht selten zu unruhigen Nächten.

 

Artikel von: Redaktion Herb & Bitter AG
Artikelbild: ©Rido81 – envato.com